Mr. G

Aber welchen Weg wir auch einschlagen, unser Ziel ist: die Entwicklung unserer Seele, die Erfüllung unserer höheren Bestimmung. Wir sind in einem gewissen Fluss geboren, in dem die Tropfen passiv sind; wer jedoch für sich selber arbeitet, ist zumal äusserlich passiv und innerlich aktiv. Beide Lebensweisen sind gestzmäßig, die eine folgt dem Weg der Involution und die andere dem der Evolution.

An sich selbst zu arbeiten ist nicht so schwierig, wie arbeiten zu wollen - den Entschluss dazu zu fassen.

"Was ein Mensch aussät, erntet er. Die Zukunft ist determiniert durch die Taten der Gegenwart. Die Gegenwart, sei sie gut oder schlecht, ist das Resultat der Vergangenheit. Es ist die Pflicht des Menschen, in jedem Moment der Gegenwart die Zukunft vorzubereiten und dass zu berichtigen, was bisher falsch getan wurde. Dies ist das Gesetz des Schicksals. Gesegnet sei die Erst-Ursache aller Gesetze!"


Philologie ist der bessere Pfad auf der Suche nach Wahrheit als Philosophie.


...muß unvermeidlich die Frage entstehen, ob der Mensch, der ein Produkt der heutigen Erziehung und Zivilisation ist, überhaupt etwas bewußt und nach eigenem Willen tun kann. Nein..antworten wir sogleich auf diese Frage.

Nur die vollständige Einsicht des Menschen in die Unvermeidlichkeit seines eigenen Todes kann jene durch die Anomalie unseres Lebens eingefleischten Faktoren vernichten, als welche sich die unterschiedlichen Formen unseres Egoismus bekunden, dieser Wurzel allen Übels in unserem gemeinschaftlichen Zusammenleben.

Wenn wir zurückblicken, erinnern wir uns nur an die schwierigen Abschnitte unseres Lebens, nie an die friedlichen Zeiten. Die letzteren sind Schlaf, die ersteren Kampf und daher Leben.

Die Evolution des Menschen kann man als die Entwicklung der Kräfte und Anlagen verstehen, die sich niemals von selbst, d.h. mechanisch, entwickeln. Nur diese Art Entwicklung, diese Art Wachstum kennzeichnet die wirkliche Evolution des Menschen.

"Mensch" wie stolz das klingt, allein wir müssen uns fragen, um welche Art von Mensch es sich handelt. Gewiss nicht um den Menschen, der sich über jede Lappalie entrüstet, banalen Dingen Beachtung schenkt und sich in alles um ihn her verwickeln lässt. Um sich zu Recht Mensch nennen zu können, muss man ein Mensch sein und "ein Mensch zu sein" ist nur möglich dank Selbsterkenntnis und Arbeit an sich selbst.

Das Erwachen beginnt damit, dass ein Mensch einsieht, dass er nirgendwohin fortschreitet und dass er nicht weiss, wohin er gehen soll.

Aber glauben Sie selbst, daß etwas dem physischen Tod bei einem Menschen widerstehen kann, der in Ohnmacht fällt oder alles vergißt, wenn er sich in den Finger schneidet? Wenn etwas da ist im Menschen, so kann es den Tod überleben, wenn nichts da ist, kann auch nichts weiterleben.