Der Mensch befindet sich dauernd in einem Zustand der Identifizierung.


Der Mensch identifiziert sich mit einem kleinen Problem, das ihm in den Weg kam, und vergißt darüber vollständig die großen Ziele, mit denen er seine Arbeit begann.


Er identifiziert sich mit einem Gedanken und vergißt andere Gedanken.


Er identifiziert sich mit einem Gefühl, mit einer Stimmung und vergißt seinen eigenen weiteren Gedanken, Gefühle und Stimmungen.


Das "Sich-Identifizieren" ist einer unserer schrecklichsten Feinde, weil es alles durchdringt.


Die Schwierigkeit des Kampfes mit der Identifizierung wird noch durch die tatsache vermehrt, daß, wenn Menschen sie in sich selbst beobachten, sie diese für einen sehr guten Zug halten und sie "Begeisterung", "Eifer", "Leidenschaft", "Spontanität", "Inspiration" oder ähnlich nennen...

 

Solange ein Mensch sich identifiziert, ist er Sklave von allem, was mit ihm geschieht.

Im Zustand der Identifizierung kann ein Mensch nichts Vernünftiges tun.

Die Menschen ahnen nicht, wie sehr sie der Furcht ausgeliefert sind. Diese Furcht ist nicht leicht zu bestimmen. Zumeist ist es Furcht vor peinlichen Situationen, Furcht vor dem, was der andere denken mag. Manchmal wird diese Furcht fast zu einem manischen Zustand.

Gurdjieffs Gespräche S.284