Wenn einer 75 Jahre alt ist, kann es nicht fehlen, dass er mitunter an den Tod denkt. Mich lässt dieser Gedanke in völliger Ruhe, denn ich habe die feste Überzeugung, dass unser Geist ein Wesen ist ganz unzerstörbarer Natur, es ist ein fortwirkendes von Ewigkeit zu Ewigkeit, es ist der Sonne ähnlich, die bloß unseren irdischen Augen unterzugehen scheint, die aber eigentlich nie untergeht, sondern unaufhörlich fortleuchtet.


Wir wandeln alle in Geheimnissen. Wir sind von einer Art Atmosphäre umgeben, von der wir nicht wissen, was sich alles in ihr regt und wie es mit unserem Geiste in Verbindung steht.


Am Begräbnistag seines Freundes Wieland fragt ihn Falk: Was glauben Sie wohl, dass Wielands Seele in diesem Augenblicken vornehmen möchte?

Goethe: Nichts Kleines, nichts Unwürdiges,...vom Untergang solcher hohen Seelenkräfte kann in der Natur niemals und unter keinen Umständen die Rede sein.


Diese plumpe Welt aus einfachen Elementen zusammenzusetzen hätte Gott sicher weniger Spass gemacht, wenn er nicht den Plan gehabt hätte, sich auf dieser materiellen Unterlage eine Pflanzschule für eine Welt von Geistern zu gründen. So ist er nun fortwährend in höheren Naturen wirksam, um die geringeren heranzuziehen.


So zwingt uns doch eine innige Sehnsucht, den Blick immer wieder zum Himmel zu erheben, weil ein unerklärbares tiefes Gefühl uns die Überzeugung gibt, dass wir Bürger jener Welten sind, die so geheimnisvoll über uns leuchten und wir einst dahin zurückkehren werden.


Gott allein kann wissen, wie gross die Schritte sein müssen, die hier die Seele tun muss, um dort seiner Gemeinschaft und dem Wohnplatz der Vollkommenheit und dem Umgang und der Freundschaft höherer Wesen näherzukommen.


Ich habe den Menschen das erste Gespräch genannt, dass die Natur mit Gott hält. Ich zweifle gar nicht, dass dies Gespräch auf anderen Planeten viel höher, tiefer und verständiger gehalten werden kann.


Zum Faust II äußerte Goethe, dass nur Eingeweihte den höheren Sinn erfassen könnten.


Jetzt erst erkenn ich, was der Weise spricht:

Die Geisterwelt ist nicht verschlossen.

(Dieser Vers aus dem Faust bezieht sich auf den Mystiker Swedenborg.)


Ich denke mir die Erde mit ihrem Dunstkreise gleichnisweise als ein grosses lebendiges Wesen, dass im ewigen Ein- und Ausatmen begriffen ist.